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Ich bin geschmeichelt!

Geschrieben von Papa Blogt am 25. Juni 2010 | Abgelegt unter Ich und meine Umwelt

Heute Morgen klingelt es an der Tür. So weit nicht Ungewöhnliches.

Ich mache also die Tür auf und es schallt mir direkt ein: “Sind Sie Herr XY?” entgegen.

Ich sage JA und bin mir gar nicht sicher ob das so schlau war.

Die Stimme sagt: „Wunderbar ich bekomme eine Unterschrift von Ihnen!“

Noch bevor ich fragen konnte worum es geht, hatte ich einen Schrieb der Stadtverwaltung direkt vor meiner Nase. Nach kurzem hin und her und der Erkenntnis, dass der Bote keine Ahnung hat was er da überbringt, habe ich unterschrieben.
Ich öffne den Brief bzw. diesen riesigen Zettel, für den man eine Anleitung braucht um ihn überhaupt zu öffnen. (Ist übrigens auch eine aufgedruckt Icon Wink in Ich bin geschmeichelt! )

Ein erster Blick enthüllt jede menge Worte und kein bisschen Durchblick.

Doch dann entdecke ich den Grund für den ganzen Aufwand:

Eine Knolle über Sage und Schreibe 5,00€!

Dafür hat sich ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung persönlich auf den Weg zu mir gemacht! Ich bin geschmeichelt!

Bis hier hin evt. sogar irgendwie lustig, aber dann erblickte ich den Posten Verwaltungsgebühren in Höhe von satten 23, 80€.

An dieser Stelle hatte ich bereits jegliche gute Laune verloren und griff zum Telefon.

Noch in der Warteschleife schaue ich auf meinen Kalender und bemerke, dass ich im Urlaub war und daher von der besagten Knolle keine Kenntnis haben konnte.

Der Stadtverwaltung in Form einer unfreundlichen Dame am anderen Ende war das jedoch vollkommen egal. Sie klärte mich über dem Umstand auf, dass selbst wenn die Knolle bisher gar nicht bei mir eingegangen wäre, ich das Postzustellungsrisiko trage, da die Gerichte der Auffassung sind, dass es keiner schriftlichen Verwarnung bei einem Verkehrvergehen bedarf und diese nur formal ausgestellt wird. Außerdem müsse ich ja wissen, wenn ich eine Ordungswiedrigkeit begehe!

Ich habe dem nur entgegnet, dass wenn ich das nächste mal falsch Parke, den aus meiner Sicht angemessenen Betrag (mir ist mein vergehen samt Gebührenordnung „natürlich“ bekannt) unter einem Stein in der nähe meiner Parkbucht hinterlasse. Man weiß ja nie ob die Stadt evt. auf das lästige Briefe schreiben verzichtet…

Letztlich ist ja jeder selber Schuld wenn er Verwaltungsgebühren in Höhe von 23,80€ verursacht.

8 Kommentare zu “Ich bin geschmeichelt!”

  1. am 30. Juni 2010 um 15:22 1.Frau Zwölfe schrieb …

    Wäre eine gute Alternative zum “Betrag unter einen Stein legen” nicht direkt die Parkgebühr zu zahlen? Ich mein nur so… ;)

    Liebe Grüsse
    Frau Zwölfe

  2. am 4. Juli 2010 um 10:30 2.Anke schrieb …

    Da sprichst Du mir aus der Seele – bei vielen dieser Aktionen ist der Verwaltungsaufwand deutlich höher als das, was reinkommt … und wer zahlt die Zeche dann zum Schluss?!

  3. am 4. Juli 2010 um 10:56 3.PapaBlogt schrieb …

    @ Frau Zwölfe: Hatte ich ja! Ich war genau 3 Minuten drüber als mich die nette Dame aufgeschrieben hat! Und die Höchstparkdauer ist nun man 60 Minuten… der Zahnerzt wolle aber eben noch schnell fertig machen ;-)

  4. am 21. November 2011 um 15:31 4.Johanna schrieb …

    Haha, ich habe bisher noch nie falsch geparkt. Naja ich bin auch noch ziemlicher Anfänger und habe noch ein paar Monate Probezeit abzusitzen:D
    @ Frau Zwölfe, ja so sehe ich das auch:d und zu PapaBlogt, sowas ist natürlich ärgerlich, aber klingt bei der Politesse wie eine Ausrede die sie jeden Tag hört

  5. am 23. November 2011 um 20:51 5.Thomas Hartwig schrieb …

    Lang lebe die Bürokratie! Ich kann aber versichern, dass es nicht nur in Deutschland so geht. Ich bin zum Studium in den Niederlanden gewesen und war da erst positiv überrascht von der einfachen Abwicklung von zum Beispiel der Einschreibung bei der Gemeinde. Mit der Zeit wurde mir aber auch klar, dass auch die niederländischen Behörden riesige Aktenarchive haben müssen, da der Verwaltungsapparat, vor allem der von der Uni, langsam aber sicher immer mehr sein wahres Gesicht zeigte… Also, Kopf hoch, wir sind nicht die einzigen die sich mit überflüssigen Gebühren, sinnlosen Formularen und verständnislosen Beamten rumschlagen müssen :)

  6. am 24. November 2011 um 15:46 6.Rolf schrieb …

    Das heißt bei euch Knolle? Wir nennen das Knöllchen und Knolle habe ich so auch noch nie gehört.
    Bekannte haben mich auf diese Seite hier aufmerksam gemacht und ich muss sagen das der Blog auch sehr gelungen ist tolle Seite. Ich habe mich bis jetzt sehr amüsiert. Macht bitte weiter so, ein toller Job den ihr hier leistet.

  7. am 28. November 2011 um 11:26 7.Lisa schrieb …

    Oh was für ein lustiger Beitrag. Ich finde das es ganz gut diesen deutschen Behördenblödsinn wieder gibt. Gelungen und witzige Beschreibung eines alltäglichen vorgangs. Ich bitte um mehr davon. Ich finde das dieser Blog zu recht betrieben wird, er hat zumindest einen sehr großen Unterhaltungswert.

  8. am 8. Februar 2012 um 17:25 8.Frodo schrieb …

    “Heute Morgen klingelt es an der Tür. So weit nicht Ungewöhnliches.

    Ich mache also die Tür auf und es schallt mir direkt ein: “Sind Sie Herr XY?” entgegen.

    Ich sage JA und bin mir gar nicht sicher ob das so schlau war.

    Die Stimme sagt: „Wunderbar ich bekomme eine Unterschrift von Ihnen!“

    Noch bevor ich fragen konnte worum es geht, hatte ich einen Schrieb der Stadtverwaltung direkt vor meiner Nase. Nach kurzem hin und her und der Erkenntnis, dass der Bote keine Ahnung hat was er da überbringt, habe ich unterschrieben. ”

    Hey ich kann nicht ganz verstehen wie du einfach ohne zu wissen für wen es ist ein packet oder ein brief anzu nehmen.

    lg Frodo

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